Ruinen Kradolf-Schönenberg

 ... für unsere schöne Region

Entstehungsgeschichte:

 

von Dr. Jürg Ganz, kant. Denkmalpfleger

 

So wenig wir von den Anfängen oder vom Leben in der Burg Schönenberg wissen, so bekannt - und bewegt - ist die Geschichte der Ruine Last im letzten und besonders in unserem Jahrhundert. Die Burgruine ist ein Denkmal im eigentlichen Sinn des Wortes, das beispielhaft zeigt, wie viel mehr der Umgang mit Bauten früherer Jahrhunderte umfasst als nur den Unterhalt von Mauern.
Efeubewachsene Gemäuer über einer tiefen Schlucht verkörpern seit der Romantik - man denke z. B. an Hauffs Ritterroman Lichtenstein - und noch heute Gemütswerte, die ein Gegengewicht zu unserem kopflastig vernünftigen Alltag bilden. Was «nützt» ein alter Steinhaufen, wenn der ihn tragende Hügel Kies und damit Geld bringt? Die Aus-beutung von Natur und Landschaft, ob Last, ob Glarisegg, kennt kaum noch Grenzen. Mehr als eine Generation lang dauerte der Kampf, den das Fähnlein der Sieben Auf-rechten geführt hat gegen Unverstand, nackten Materialismus und Versuchungen niedrigster Art. Die in dieser Schrift mit Namen festgehaltenen Persönlichkeiten setzten sich unermüdlich und gradlinig für die Landschaft, für den Burghügel, für den Lebens- und Atemraum der Burgruine ein. Erst als unser höchstes Gericht den Umgebungs-schutz und damit die unversehrte Erhaltung des Burghügels bestätigt und verankert hatte, konnte die Sanierung der Ruine an die Hand genommen werden. In relativ zur Burggeschichte kurzer Zeit gelang es, den Zerfall zu stoppen, das Mauerwerk zu festigen und so zu ergänzen, dass sich folgende Generationen über die Last freuen können. Auch dieses handfeste und unermüdliche Fähnlein, heute spricht man von Arbeitsgruppe, ist mit Fug und Recht namentlich auf den folgenden Seiten festgehalten.
Alle Beteiligten waren notwendig, um die Not von der Last abzuwenden. Lang war der Weg bis zu diesem Rückblick. Der Ausblick vom Burghügel lässt Schwielen und Schweisstropfen, lässt Kummer und Arger vergessen. Die Burgruine Last zeugt heute dafür, dass einige senkrechte Idealisten den Materialismus in Schranken zu weisen vermögen. Der kräftige Mauerstock auf steilem Hügel über bewaldetem Tobel erinnert, mahnt aber auch und dankt vor allem.